Workshop CybermobbingCybermobbing, vor allem das Mobbing über soziale Netzwerke, sorgt immer wieder für negative Schlagzeilen. Das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg reagiert darauf mit einer landesweiten Kampagne: „101 Schulen“ hat sich zum Ziel gesetzt, möglichst flächendeckend an Schulen zu kommen, um dort im präventiven Bereich tätig zu werden.

Welche Eltern kennen das nicht? Der Nachwuchs hat in jeder freien Minute das Smartphone in der Hand, beim gemeinsamen Mittagessen der Familie gehen laufend WhatsApp-Nachrichten ein, die dringend gelesen werden wollen. Das stört den Familienfrieden und die Konzentration beim Lernen. Verbote helfen meist wenig - zudem laufen Kinder dadurch Gefahr, ausgeschlossen zu werden aus einer Klassengemeinschaft, die sich oft den ganzen Tag über WhatsApp austauscht.

Wie also umgehen mit dieser neuen Generation „WhatsApp“? Die Frage stellt sich zuallererst den Eltern, die schließlich für das Smartphone-Verhalten ihrer minderjährigen Kinder verantwortlich sind. Deshalb wendet sich das Landesmedienzentrum in einem Elternabend zum Thema „Cybermobbing, WhatsApp & Co.“ an alle interessierten Eltern der Klassenstufen 5-7. Auch Eltern aus höheren Klassenstufen sind natürlich herzlich willkommen. Der Elternabend findet am Dienstag, den 7. Juli ab 19:30 im Bonhoefferhaus statt.

Die Schulen betrifft das Thema insofern, dass sie einerseits den sinnvollen Umgang mit Medien unterrichten sollen und andererseits allzu oft konfrontiert werden mit den Folgen einer verantwortungslosen Smartphone-Nutzung: Alarmierend sind die Ergebnisse der JIM-Studie, wonach fast die Hälfte der Jugendlichen bereits Erfahrungen mit Cybermobbing gemacht hat. Daher ist die Schulung der Lehrerschaft ein weiteres Anliegen der Kampagne „101 Schulen“: bereits am Mittwoch fand eine Fortbildung von zwei Referenten des Landesmedienzentrums für Lehrerinnen und Lehrer des GaR statt. Michael Ilg vom Referat Prävention des Polizeipräsidiums Tuttlingen informierte die Lehrerschaft über Gefahren und Folgen eines verantwortungslosen Umgangs mit Smartphones. Besonders liegt ihm am Herzen, nicht nur „medienkompetente“, sondern auch „medienverantwortungsbewusste“ Kinder auszubilden. Er zeigte den Lehrerinnen und Lehren Möglichkeiten auf, mit Cybermobbing umzugehen und betonte, dass kein Erwachsener und kein Kind sich aus der Verantwortung ziehen dürfe: „Wer nichts unternimmt, hilft dem Täter“.

Einen präventiven Ansatz verfolgt Michael Weis, Medienpädagoge ebenfalls aus Tuttlingen. Er brachte zahlreiche Ideen mit, wie sich Smartphones und Tablets sinnvoll in den Unterricht integrieren lassen und wie sich bei den Schülerinnen und Schülern ein Bewusstsein für den richtigen Umgang mit diesen Medien entwickeln lässt. Seinen Leitsatz „lesen, was da steht“, bevor z.B. eine App gedankenlos installiert wird, werden die Schülerinnen und Schüler des GaR in der nächsten Woche wohl noch ein paarmal zu hören bekommen.

Denn auch diejenigen, um die es eigentlich geht, werden in Workshops des LMZ geschult: für alle Fünftklässler organisiert das GaR diese Workshops am Dienstag, den 7. Juli und am Mittwoch, den 8. Juli.