Nachdem es am Gymnasium am Rosenberg schon lange Tradition ist, die Städtepartnerschaft zwischen Oberndorf und Thierville durch einen Schüleraustausch immer wieder neu zu beleben, fuhren auch in diesem Jahr   wieder 17 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 8 und 9 zum Gegenbesuch nach Frankreich.

Schon den Weg nach Thierville gestalteten die beiden zuständigen Lehrer Frau Vieler und Herr Schneider interessant: Die Schüler legten einen Zwischenstopp in Straßburg ein, wo sie bei regnerischem Wetter Gelegenheit hatten, die Stadt zu erkunden.

Am Nachmittag wurde die deutsche Gruppe dann in Thierville sehr herzlich von den französischen Lehrern und Schülern an der Schule empfangen. Nach kleinen Snacks und wichtigen Informationen wurden die deutschen Schüler in ihre Gastfamilien entsandt, wo sie über das Wochenende bei verschiedenen Freizeitprogrammen, wie Bowling, schwimmen und dem Besuch eines Hochseilgartens erste Erfahrungen mit der französischen Kultur sammeln konnten.

Am Montag fuhren die deutschen Schüler dann zur „Citadelle“. In kleinen Wagen wurden sie ins Dunkel gefahren und erfuhren dann, nach einem ersten Schrecken, sehr interessante Details über das Leben in der Zitadelle  während des Krieges. Weitaus fröhlicher war anschließend die Stimmung beim Besuch der berühmten  Drageefabrik „Braquier“ in Verdun. Hier konnte man bei der Herstellung der süßen Bonbons den Arbeitern über die Schulter schauen. Nicht wenige bekamen dabei einen solchen Heißhunger, dass sie sich anschließend schnell im fabrikeigenen Shop mit den bunten Dragees eindeckten. Danach hatten die Schüler noch Gelegenheit, in den Unterricht am „collège“ hineinzuschnuppern – hier fiel schnell auf, dass es viel strenger und ruhiger zugeht, als an deutschen Schulen und die Schulstunden mit 55 Minuten aus Schülersicht viel zu lange dauern.

Am Dienstag stand dann die Besichtigung von ,,Douaument" an. Bei eisiger Kälte und einem unangenehmen Wind wurde für Schüler und Lehrer die Geschichte dieses Ortes wieder lebendig. Noch sehr beeindruckt von diesem Erlebnis ging es zurück nach Verdun, wo die deutschen und französischen Schüler bei einem Quiz mehr über die Stadt erfuhren. Dieser erlebnisreiche Tag wurde durch eine wunderschöne Bootsfahrt auf der Meuse abgerundet.

Am Mittwoch dann stand ein Besuch beim Bürgermeister von Thierville an. Die Schüler hatten sich bereits mit zahlreichen Fragen darauf vorbereitet. Der Empfang war sehr herzlich und so machte es auch gar nichts aus, dass nur der Stellvertreter des Bürgermeisters für die deutschen Schüler und ihre Lehrer Zeit hatte.

Sehr spannend war auch der Ausflug nach Nancy am Donnerstag und die Stadtführung dort bzw. der Besuch des ,,Musée des Beaux Arts". Bei der Abschiedsfeier am Abend im „collège“ musste dann doch der ein oder andere eine Träne verdrücken, denn aus Unbekannten waren schnell Freunde geworden.

Als am nächsten Tag bei der Abfahrt der Abschied gekommen war, stand wieder einmal fest: Es gibt kaum ein besseres Mittel, um Frankreich und Deutschland noch enger zusammenwachsen zu lassen als einen lebendigen Schüleraustausch!

(Jule Gubicza, Stefanie Gemerling und Jana Klink, GAR)