Vor dem GefängnisNicht über Los, sondern direkt ins Oberndorfer Gefängnis ging die Klasse 9a des Gymnasiums am Rosenberg mit ihren Lehrern Rüdiger Christ und Anna-Lena Teufel. Im Zuge der Unterrichtseinheit ‚Recht‘ besuchten die zwölf Schülerinnen eine Justizvollzugsanstalt – Gefängnismauern sieht der Normalbürger schließlich im Regelfall nur von außen.
Nach einer einstündigen Führung hatten die Schülerinnen die Möglichkeit, sich in einem Gespräch mit zwei Insassen ein näheres Bild von den konkreten Alltagsumständen einer Haft zu machen: Wie läuft ein typischer Tag ab? Wie fühlt sich die Familie, bestehen noch Familienkontakte? Gibt es Freundschaften im Knast? Was zuvor recht abstrakt war, rückte auf diese Weise auf einmal sehr nahe – neben der Geschichte des einzelnen Häftlings die Erkenntnis, dass hier die Justiz von Rechts wegen in die unmittelbarsten Freiheitsrechte von Menschen eingreift, um eine funktionierende Gesellschaft zu gewährleisten.
So waren doch alle erleichtert, zurück in der Freiheit zu sein, als das Gefängnistor sich schließlich wieder von innen schloss. Ein hochinteressanter Besuch war damit zu Ende, die heile Welt hatte die Schülerinnen wieder.