Jugendschöffengericht „Du sollst nicht stehlen.“ Welche Folgen ein Verstoß gegen das siebte Gebot haben kann, erfuhr die 9c des Gymnasiums am Rosenberg, als sie gemeinsam mit ihren Lehrern Rüdiger Christ und Anna-Lena Teufel am 22. Januar 2015 das Jugendschöffengericht in Rottweil besuchte. Angeklagt waren fünf zum Teil bereits vorbestrafte Jugendliche zwischen 16 und 20 Jahren, die des gemeinschaftlichen Diebstahls angeklagt waren und schließlich deswegen verurteilt wurden.

Abseits der weitgehend unstrittigen Frage nach der Schuld war vor allem das Strafmaß Gegenstand der Verhandlung. Um jedem Angeklagten gerecht zu werden, wird bei Jugendsachen der Werdegang jedes einzelnen Jugendlichen oder Heranwachsenden ausführlich beleuchtet. Am Ende stand ein Strafmaß, das von einer Verwarnung mit Geldauflage und Arbeitsstunden bis hin zu sieben Monaten Jugendstrafe auf Bewährung reichte. So versuchte das Gericht, die Taten zu bestrafen, aber den Jugendlichen auch die Chance auf ein zukünftig deliktfreies Leben zu erhalten und bessernd zu wirken.

Im Anschluss nahm sich der vorsitzende Richter Zeit für die Schüler und erklärte ihnen nochmals die Urteile und welche weiteren Möglichkeiten das Jugendstrafrecht vorsieht. So wurden die im Unterricht erarbeiteten Inhalte vom Fachmann vertieft, der für viele weitere Fragen der sehr interessierten Schüler offen war. Am Ende nahm die 9c wertvolle Erfahrungen und Eindrücke mit nach Hause – nicht zuletzt den, dass man als Zuschauer nur ungern gegen die Anklagebank tauschen möchte.

Rüdiger Christ